Große Zinne, Hasse-Brandler (8+ od. 6 A3)

Spontan hatte ich mal 2 Tage Zeit privat zu Klettern, das muß natürlich genutzt werden. Seit Axel und Frank vor 4 Jahren die Hasse Brandler Führe in den Nordabstürzen der Großen Zinne gemacht haben, suche ich auch immer ein Zeitfenster das mir eine Begehung der Tour ermöglicht. Jedoch die Bergführerausbildung beschränkt einen Zeitlich einfach sehr. Aber am 11.09. soll es so weit sein, spontan kann ich Simon als Seilpartner gewinnen.

Am Sellapass klettern wir uns in der Abramkante ein, ich muß mich erst wieder an das  steile Dolomitengemäuer gewöhnen, auch was, eigentlich muß ich an das Klettern allgemein wieder gewöhnen nachdem Eis und Schnee die letzten Monate mein Bergsein bestimmt haben.

Wir wechseln dann nachts rüber an den Zinnenparkplatz, der tolle Trick einfach spät dran zu sein hilft gar nix mehr, da auch in Südtirol die Modernheit Einzug hält und die Mautstation voll Automatisch ist. Die Schranke steht nicht mehr einfach offen ... 27€ für diesen Feldweg, die haben ja den Ar... offen!

Um 7 Uhr geht's los am Zinnenparkplatz. Außer uns noch gefühlt 200 Andere. Na, wird vielleicht gemütlich voll in der Nordwand.


Das erste mal seit langem wieder in die Nordflucht geschaut. Da wollen wir hoch? Gibts das auch flacher? ... Nicht? ... Na dann hilfts halt ned. Ich weiß zwar dass ich nicht gut vorbereitet bin, vertraue aber auf meine alpine Trickkiste.


Also auf zur steilen Spielwiese. Verstehe nicht warum so viele von der anderen Seite zusteigen, hier ist voll die Autobahn.


Zum Warmklettern mal ein recht giftiger 5er, zu allem Überfluß auch schlecht abzusichern...jeppie a je Schweinebacke!


Nach ganz kurzen Orientierungsschwierigkeiten geht es schön Abwechselnd nach oben, jeder von uns ist begeistert von der unerwartet schönen Kletterei. Da wir nur 2 Seilschaften in der Hasse sind, frägt man sich wo die Anderen gefühlten 200 sind.



Ah da sind die Anderen ... die Perlenkette der Comici, steineschmeißende Wutbürger sämtlicher Nationen, da braucht man kein Fernsehen mehr :) .


A bissel was zum Legen haben wir schon dabei wobei man das im unteren Teil nicht so dringend braucht.


Schaut oft schwerer aus wie es dann ist, aber auch die untern Längen bis 7+ pumpen gewaltig. Ist nicht alles flach was steil aussieht!


 Da der Simon den Foto hat, gibt's ausnahmsweise mal ein Bild von dem berühmten Quergang zurück. Auch eindrücklich.


 So, schluss mit lustig jetzt wirds richtig steil. Keine Frage das ist wohl das Eindrücklichste was ich an Ausgesetztheit bisher erlebt habe ... geil :) .


Leider sind die Dächer watschelnass, so werden nicht viele Meter gemacht ohne die Haken und diverses anderes Irgendwas mit dem Körpergewicht zu testen.


Bewegungsstudie im Dach ... ja wo isser den der nächschte Hakl?


Volksportart im großen Dach...rumhängen...ich müsst grad lügen wenn ich behaupten würd dass des ned anstrengend wär.


Naja, Simon holt mich schnell von dem unbequemen Stand weg. Gott sei dank! Die Tour ist übrigens eine gute Entscheidungshilfe wenn man sich frägt ob der 7 Jahre alte Klettergurt ausgetauscht gehört.  


Hurga Hurga, langsam gibt's beginnende Krämpfe in den Oberarmen. Aber hier magst freiwillig nimmer abseilen. Gehen tut's sicher, easy ist's sicher ned. 


Vom blöd Schauen wird die Wand auch ned flacher ... aber auch ned steiler :) . 


So des Gröbste wär geschafft dachten wir, nur noch a paar 5er hoch spazieren. Naja ich bin glücklicherweise von Frank und Ax ihren Berichten gewarnt.


Der 6er war nochmal sauschwer, danach wird's halt klassisch. Aber den kurzen Moment Sonne genießen wir trotzdem.


Ich darf die schöne feuchte Kaminsau machen...schaut auch schlimmer aus als es ist. Alte Regel, bei Moos lässt halt ned los.



Die letzte Länge trifft mich im dunkel werden, Simon ist schon auf dem Biwakband. 19.30 Uhr Ausstieg, etwas später als geplant. Wir warten noch auf die Seilschaft hinter uns damit wir im Abstieg zusammen sind. Durch einen gewaltigen Seilzug zieht sich das bei ihnen ein bisschen, wir leisten noch schnelle Hilfe und dann geht es zum Normalweg. Muss man sich schon a bissel zusammen nehmen um da sicher runter zu kommen.

Scho a brutal eindrückliche Tour, hat schon mal jemand erwähnt das der Huber ned alle Tassen im Schrank hat? Meiner Meinung nach härteres Solo als das vom Auer im Fisch, auch wenn die Tour klettertechnisch etwas leichter ist.

Beste Grüße aus M'Wald,
Stef.

Gimpel-Nordwand - Schrei aus Stein 9-/9 (8-,A0)

Die Gimpel Nordwand zieht mich seit Jahren immer wieder in ihren Bann. Die Schertelplatte war meine erste Tour, vor ein paar Jahren die Direkte Nordwand (mit Stef) ein absolutes Highlight und jetzt die 2005 von Walter Hölzler und Lena Fackler eingerichtete Schrei aus Stein.

Mit den Rädern geht’s kurz vor 8h los Richtung Reintal. Axel (mit neuem „Brüno-Hösle“) freut sich sichtlich auf die kommenden Aufgaben.


Unterhalb der Otto Mayr Hütte parken wir die Bikes um nach einer weiteren halben Stunde dann am Einstieg zu stehen.


Erstes Schmunzeln – der Routenname befindet sich auf Höhe des ersten Bohrhakens. Axel checkt gleich mal aus, ob wir auch richtig sind. Die folgenden 5 Seillängen auf das Gimpelband lassen sich gut klettern, in der ersten 7er-Länge darf dann gleich mal eingestromt werden.

2. SL (6+, 30m) - Tolle Lochplatte

4. SL (7, 30m)

4. SL (7, 30m) - besagte Stromstelle

Vom Band aus hat man einen tollen Einblick in die Schertelplatte (mit Seilschaft).


Nach weiteren 4 leichten (aber extrem brüchigen) Seillängen geht es dann richtig los. Die erste 7+ Seillänge (40m) ist der Oberhammer!!!








Nach weiteren 3 Längen (7+, 6 und 6+) stehen wir dann vor diesem 20 Meter hohen Monster aus Fels.


Jetzt heißt es...








 Axel versucht sich nach einer kurzen Pause ein 2tes mal und scheitert knapp. Seine Motivation??? Dieser Zug...

Ganz entspannt war ich trotz Seil über mir nicht. Hatte das Gefühl, die Schuppe wackelt :-)

Die Seilschaft im oberen Teil der Schertelplatte

Die restlichen 3 Längen (6+, 7-, 7+) zum Heel-Schreck-Turm bieten dann nochmals tolle (aber auch fordernde) Klettermeter.








Der Blick geht nach links...

Nach einer kurzen Linksquerung stehen wir dann vor der „Headwall“.


 Die letzten 2 Seillängen ziehen zwischen der Klagemauer links (Lutz 1983) und dem Blenk-Kamin nach oben. Axel führt beide Längen, welche es nochmal ordentlich in sich haben. Die Absicherung ist nicht mehr so gut, die Keilstellen nicht optimal. Am Ende der 18 Seillänge (8-, 40m), muss eine schwere Stelle obligat geklettert werden, um den Standplatz zu erreichen.
 





Kurz vor 20h stehen wir nach der letzten 7+ (30m) vor dem Wandbuch. Dieses ist relativ übersichtlich und nun um eine Begehung (die 5te!!!) reicher. 15min später empfängt uns der Gipfel des Gimpels mit einer wunderschönen Abendstimmung.




Über den Normalweg geht's runter ins Kar. Da wir für die Judenscharte zu spät dran sind (ohne Stirnlampen) steigen wir über die Rote Flüh und den Friedberger Klettersteig (ist auch im Dunkeln ein riesen Bruchhaufen) wieder ins Reintal ab.


Kurz vor 22h nehmen wir dann die Rucksäcke am Wandfuss wieder in Empfang.


Facts
 
Gimpel-Nordwand - Schrei aus Stein (9-/9 oder 8-/A0, 700m)
Tannheimer Berge

Material: 12 Expressen und ein 60 Meter Doppelseil. Auch wer im 7. Grad sicher unterwegs ist, sollte unserer Meinung nach auf ein Klemmkeilset und kleine Camalots (0,3-1) nicht verzichten.

Topo: Panico - Kletterführer Allgäu oder hier

 

“Weg der bunten Steine”

“Weg der bunten Steine” (8, 13 SL) 

 Klettern an der Roten Platte Westwand


Um 4 Uhr früh klingelt der Wecker. Ich hohle Frank ab und um 7Uhr starten wir im Lechtal von Bach aus mit den Fahrrädern Richtung Hinteren Alperschonalpe. 
Ab der Alpe geht´s noch zu Fuß weiter, erst den Wanderweg entlang und sobald man die Rote Platte über sich sieht geht es auf die linke Seite. Über eine Wiese und dann kurz sehr steil in ein Bachbett das gerade hinauf führt an das Ziel. 
Was für eine Wand !!!

 Die ersten 80 Meter zum ersten Stand gehts im 2-3 Grad ohne Sicherung hoch.
Nach einer kurzen Pause und anlegen der Kletterutensilien kanns jetzt los gehen, 11 Uhr.
Die erste Seillänge (SL) zeigt gleich wie es heut weiter geht, STEIL.
Es ist noch immer sehr frisch, die Sonne kommt erst sehr spät in die Wand - eben eine Westwand.
Wir erfreuen uns an dem absolut bestem Fels in jeder Seillänge. Es ist rau wie die Sau.
In der 7+/8- nach dem ersten Band.
Ja, die Wand hängt ganz gut über.


Ich hänge zwei leichtere Seillängen zusammen, spart Zeit und Frank darf in den ersten 8ter.

 Die atemberaubende Aussicht

Es läuft bestens. Wir kommen gut voran.
Die Sonne kommt bald in die Wand, wärme würde gut tun, doch wir freuen uns zu früh.
Auf dem zweiten Band gehts nach links in die noch steilere Nordwand.
Hier dürfen wir nochmals alles geben, die 8ter sind steil, kleingriffig und nicht leicht zu lesen.


Geschaft !! Wir dürfen uns ins Wandbuch eintragen.
 Die erst 27te Begehung in 10 Jahren. Wo sind die Leut ???
Die Tour hat 5 Sterne und gehört mit Abstand zum besten was man sich nur wünschen kann.

 Noch eine leichte Länge und wir sind durch die Tour, was für ein Hammer.
Das Abseilen über die Route geht sehr gut, braucht aber auch seine Zeit.
Es ist schon spät, die Sonne verabschiedet sich. Bis zur Alpe schaffen wir es noch im letzten Licht.
Für die Radl strecke muss die eine Stirnlampe reichen. 
Um 22.30Uhr sind wir happy am Auto. 
Ein Bier später und um halb eins Nachts sind wir daheim.


Eine gelungen Bergfahrt auch wenns länger wurde.

WO - Rote Platte Westwand, Alperschontal

Länge: 500 Meter, 13 SL
Schwierigkeit: Zwei SL 8, eine SL 8-, eine SL 7+/8-, Rest meist 6-7

Absicherung: Durchgehend mit Bohrhaken abgesichert. An den Ständen befinden sich immer zwei Bohrhaken. Alle Stände sind zum Abseilen eingerichtet. Die Hakenabstände sind immer der Schwierigkeit der jeweiligen Seillänge angemessen.
Material: 12 Expressen und ein 50 Meter Doppelseil reichen aus. Keine Friends oder Keile erforderlich.
Charakter: Extrem genussvolle Tour in bestem Fels  – ein absolutes für alle, die mal eine geile Tour machen wollen!

  Viel Spaß beim Klettern wünschen Euch Frank und Axel