"Jenseits von Afrika" Gamsjochspitze - Karwendel

So nachdem sich auch unsere Fußballmannschaft vom schwarzen Kontinent trennt, suchen wir uns auch eine Tour die das aktuelle Tagesgeschehen widerspiegelt. Klar kommt nur die Tour "Jenseits von Afrika" in frage. Wie bei einem richtigen Turnier muss aber auch hier erst mal die Vorrunde überstanden werden. Diese stelle sich bei uns als recht garstiger und nicht mal einfacher Zustieg dar. Durch Schotter, über steiles Gras und ein Bachbett ging es schier endlos dahin, hatte aber sicher seinen Reiz. Der Originalweg geht wohl irgendwie durch die Latschen. Aber hier am Bach war es kühler und Schattiger.



Nach dem Bachbett geht es über nette Wiesen noch bis an Einstieg, schön romantisch hier oben und auch einsam.



Die Tour verläuft meist in kompaktem dunkelgrauen Gestein von bester Qualität. Schon witzig wie nahe im Karwendel Superfels und Bruchhaufen beieinander sind. Der Einstieg ist bald gefunden und wir sind kletterbereit. Da es ja bekanntermaßen eine Plaisirtour ist, sind in der ersten Länge gleich auch ein ganzes Rudel Bohrhaken aus zu machen. Nur ist es ein Quergang, das und die Tatsache das es sehr unübersichtlich ist, lassen mir diesen 7er fast zur gefühlt schwersten freien Länge der Tour werden. Fand's echt zäh.

Nun ist der Weg aber frei und schöne Längen reihen sich aneinander.



Mit plattigen Quergängen und henkeligen Aufschwüngen geht es reich beboltet dem Himmel entgegen.



Auch die erste 8- ergibt sich eigentlich ganz schnell. Hier sind die Bolts dann wirklich in sehr kurzen Abständen gesetzt. Wenn man nur!! 12 Exen dabei hat, darf man nicht alles einhängen.
Die Kletterstellen sind aber ganz hervorragend. Und es macht richtig Spaß, manchmal vergesse ich sogar zu Husten :) .



Noch mal eine schöne Länge und wir kommen zur Schlüssellänge. Schon bald nach dem Stand eine sehr schwerer Zug dann steht man an einem Dachwulst. Für die 1,5m über den Haken finden wir keine Lösung die einem 8. Grad entspricht. Wir zupfen kurz an der Exe zum drüber kommen. Die Beschreibung faselt auch was von 1 p.a. aber das Topo schweigt. Naja entweder ham mar was übersehen oder da stimmt sonst was nicht. Is auch wurscht bei 1,5m von über 300.



Die folgende 7 ist richtig einfach und die 7- die im Führer als kühn bezeichnet wird, wurde wohl nachträglich entschärft und ist wie die restliche Tour nun Blähsier (schönes Wort).

Franz hat vom ganzen Stand machen die Nase voll und geht 2 Längen zusammen. So kommen wir auch mal voran, wenn der Stef sich nich alles was er findet an den Helm stecken würd...

Häuptling hustender Kojote am Weg zum Stand:


Dadurch bekomme ich nun aber noch einen schönen 5er zum ausklettern.

Die Tour hätte eigentlich noch 4 Längen. Das Gelände wird hier nun aber Flach und brüchig, zudem wäre dann ein sehr weiter weg über den Gipfel die einzige Abstiegsoption. Das wollen wir uns ersparen und deshalb begügen wir uns mit dem kleinen Finale und treten auch die Heimreise an.



Nach dem bequemen aber durch die Quergänge aufregenden Abseilen, geht's durch die Latschen ins Tal. Ist irgendwie nicht so spitze und deutlich spannender als erwartet.

Nach 1,5h haben wir das aber auch hinter uns und trotten zufrieden zum Auto.



Facts
Jenseits von Afrika (8+.A0, 500m)
Gamsjoch / Karwendel
EB: B. Reinmeidl solo '95 (Schlüssel-SL mit G. Sussmann)

Ein kleiner Schatz im Karwendel verbirgt sich auf der Nordseite des Gamsjochs. Die Tour bietet wirklich sehr schöne, steile und gut gesicherte Kletterei in schattigem Ambiente. Optimal also für einen ruhigen und heißen Tag. Das Spannendste ist allerdings der Zu- und Abstieg! Beim Aufstieg folgten wird komplett dem Bachbett mit einigen leichten Kletterpassagen, für den Abstieg hielten wir uns ungefähr an den im Topo beschriebenen Weg.
Es gibt an dieser Wand bislang zwei Touren, jeweils aus den 90ern. Augenscheinlich würde diese Wand noch sehr viel Potential bieten und wenn dann mehr los wäre, würd der Steig bestimmt besser werden. Aber will man dies dann auch wieder?!?
(Text vom Franz)

Material: 60m Halbseile, 12 Expressen (wenn in der 8- Länge nicht jede geklippt wird)

"Zentrale NO-Wand" Grubenkar - Karwendel

Lange Zeit haben wir auf so stabiles Wetter gewartet, aber der Juli 2010 hat uns bisher nicht enttäuscht. So kann man auch mal Pläne für ganz große Felswände schmieden. Bevor der Franz anderweitig eingespannt wird, wollten wir noch mal versuchen zusammen der Vertikalen zu fröhnen. Da Franz am Freitag noch keine Ahnung hatte dass er verhindert ist, versuche ich die Touren schon im voraus in der näheren Umgebung von München zu halten. So haben wir nämlich noch eine sehr gemütliche Hockede an der Isar. Mit Bier und Fleisch. Mir selber geht's leider ned so besonders gut, seit 3 Tagen brühte eine etwas zackigere Erkältung aus, naja wenigstens is das Fieber weg. Nach gefühlten 0,5h aber realen 3,5h Schlaf geht's Richtung Karwendel. Ein durchaus weißer Fleck auf meiner Kletterlandkarte. Hinter in die Eng und schon steht man umrundet von hohen Wänden. Direkt vor uns die Grubenkarspitze, unser Ziel für heute. Die Kletterei gliedert sich in einen unteren steilen Teil, der mit reichlich BH abgesichert ist und wohl recht passable Gesteinsqualität bietet. Sowie dem oberen Teil der flacher, viel leichter aber wohl etwas lose ist (lose kommt nach brüchig). Leider stellten wir schon beim Zustieg fest dass die Seilschaft etwas grindig beianand ist. Ich huste und schnupfe mich vorwärts, Franz ist von Bier und Fleisch noch recht gehemmt. Zu allem Überfluss, schaut die Wand auch ned trocken aus. Aber positives denken ist uns eh eigen, von daher glauben wir dass die Tour eh immer neben dem nassen geht....soviel zur Theorie.



Die Schotterriese hoch ist die Qual für mich, Franz sucht schon mal den Einstieg. Wir freuen uns schon auf die ersten Längen, die san nämlich richtig nass bis Wasserüberronnen. Gut die 8- ist trocken und gar ned so brutal schwer aber dann gibts eine Dusche, das ist aber gar ned schlecht weil es die Birne etwas kühlt. Klettern lässt sich der 6er eh gut, da die Leisten allesamt hintergreifbar sind und die Tritte echt gut.



Nun schrupft es sich so dahin, manche Längen san schön manche ned so, mal ist es fest mal ned so, aber das Ambiente ist super Klasse.



Langsam nähern wir uns der 11. Länge, sie ist wohl immer recht schön feucht. Das soll natürlich auch bei uns so sein. Und hurra es ist meine Länge. Wie ich mich freue.



Schön glibbrig, moosig, schlontzig und flechtig ist die Rissverschneidung. Frei beginne ich die Sache, kurzes Technointermezzo um dann in trockenem Gelände noch ganz zum Stand zu steigen.



Aber es wird gleich wieder trockener, und mittlerweile gibt's auch schön Luft unterm Pürzl. Echt nette Kletterzüge in ganz gutem Fels.



Dafür, dass wir beide Schwerinvaliden sind, san mir gar ned so langsam. Gegen kurz nach 15 Uhr erreichen wir die Länge unter dem abschließenden Dachwulst.



Ich klettere die letzte traumhafte Platte, welche schon in Teilen sehr nass ist. Und sehe oben angekommen den Weiterweg.



Dieser geht nicht wie wir vermuten über einen trockenen Abschnitt des Daches sondern mitten durch den Wasserfall, der schon ned nur tropfelt. Da ich nicht auf 15m die Luft anhalten und gleichzeitig einen 8er klettern kann, wir keinen Schnorchel und auch kein Badetuch dabei haben, geben wir uns diese nasse Freude nicht. Wir blasen zum Rückzug kurz vor die Tour richtig leicht wird, schad eigentlich dass mir so Weicheier san. Aber meine grindige Verfassung ist nicht sehr unglücklich darüber.



Statt einem Spartanerbiwak am Gipfel gibt's halt einen Topf Nudeln und Bier am Auto. Kann mich damit anfreunden :) !

Auf B5 Aktuell gibt's das Deutschlandspiel, der 3:2 Sieg gegen Uruguay und die beiden launigen Moderatoren lassen es zu einem echt netten Vergnügen werden.

Wir schlafen auf alle Fälle beide gut.



Facts:
Zentrale Nordwand (8-, 1200hm)
Grubenkarspitze / Karwendel

Sehr lange Wand im Karwendel. Eigentlich bis zur 22. Länge ganz ordentlicher Fels. Route entlang natürlicher Linien. Mit NH und BH gut abgesichert nur manchmal ist Eigeninitiative gefragt.

Material: 60m Halbseile, ~12 Exen, Cams 0.75 - 3, Keile, für oben wahrscheinlich Hammer + ein paar Hakl sinnvoll.
Zeiten: Zustieg ab Eng: ~ 1 - 1.5h; unsere Zeit bis zum Abseilpunkt: 6h; Gesamtzeit ca. 12h

Südgrat 4-

Es ist Sonntag, Andrea und ich (Axel) haben gemeinsam frei.
Nach dem Training im Klettergarten wird es nun ernst für Andrea. Ihre erste Alpine Tour !

Ich entscheide mich für das Südliche Höllhorn.
Der Südgrat lädt mit leichten Seillängen ein und der Tiefblick ist nicht zu luftig für den Anfang.
Jedoch der Zustieg hat es in sich.
Wir haben unsere bikes dabei und starten von Oberstdorf aus ins Oytal Richtung Käseralp.
Hier erreichen wir unsere erste Wechselzone und schlupfen in die Wanderhose. Das Wetter ist gut. Lediglich ein paar Wolken am sonst blauen Himmel.
Vorbei geht es an dem großen und kleinem Wilden. Der Aufstieg ist noch einmal anstrengend und kräfteraubend lang. Doch die Stimmung ist gut und wir freuen uns auf die Tour.
Am Joch angekommen sehen wir eine Seilschaft in der Tour klettern. Kein Problem, wir können warten. Ab in die Sonne und erst mal eine Brotzeit zu uns nehmen.
Andrea hat die Tour im Visier und die Spannung steigt. Gleich geht es los ins alpine Abenteuer.
In der 2ten Sl genießen wir schöne Kletterei und eine tolle Aussicht auf die Höfats.
In der ditten SL saugt die Tiefe und Andrea kämpft. Bisher läuft alles prima. Es dauert zwar etwas länger bis Sie in den Seillängen oben ist, aber dafür verläuft alles ruhig und sicher.

Leider macht uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung.Wir müssen wegen Regen und drohendem Gewitter abbrechen und abseilen.
Schnell sind wir bei den Rucksäcken und flitzen zu Fuß Richtung Käseralpe.
Das Wetter zeigt sich dann von der schöneren Seite und wir machen noch eine verdiente Rast.
Die letzten km legen wir mit dem bike zurück und brausen bei Regen und Sonnenschein zum Auto.
Alles ist gutgegangen und Andrea ist für eine weitere Alpine Tour bereit.
Wir werden wieder kommen und die Route zu Ende klettern.
Die grandiose Aussicht und der Alpine Flair sind ein Garant für Suchtpotential.


Facts:
Schwierigkeit 4- ( direkt max 5+ )
Kletterlänge ca. 250m
8 Exen
Klemmkeile
Doppelseil

Perfekt für Anfänger !!!

Grüße von den Schneiders.
Viel Spaß beim klettern.

Hasse Brandler Free Solo

Da Kraft und Kondition stimmen gehe ich mit ruhigem Puls und kühlem Kopf an den Einstieg der Route.
Ich fühle mich gut. Die Nerven spielen mit.
Jetzt oder nie !

Da ich die Tour schon im Sommer 2008 geklettert bin weiß ich wohin.
"NACH OBEN"

Die ersten Meter liegen hinter mir, Zug für Zug geht es weiter.

Konzentration. Immer noch bin ich gut drauf. Ja was der Alex kann kann au ein Axel ... .
Vorbei am Fotografen. Jetzt gehts in die Dächerzone.
Es wird Steil.
Schnell stehe ich am Gipfel der Zinne ... doch dann der schreckliche Absturz .... AAHHHHHHH !!!
Ich wache auf und alles war nur ein Traum.

Have fun and sun.

Schwarze Mamba 8-

Nach einer längeren Pause ist es wieder soweit.
Alpinklettern. Das Wetter ist super !
Stefan und ich (Axel) fahren früh los. 16 Uhr ist WM schauen angesagt.
Nach nur einer Stunde fahrt mit dem Tempomat auf 210km/h ( geht leider nicht höher ) geht es zügig weiter. Kurze Rast am Gimpelhaus - weiter Richtung Rote Flüh.
Wir entscheiden uns für die Schwarze Mamba.
Für Stef eine Prämiere, für mich das zweite mal.
Die erste Sl liegt hinter mir, leicht nass aber es geht sehr gut.Die Kletterei genial. Steil und gute Griffe.
Stef kommt grinsend und guter Laune nach. Dank Schatten in den ersten 5Sl bleibt die Temperatur bei 15 Grad.
Richtung Sonne und Gipfel der Roten Flüh.
Panorama und schöner Blick . Vorne unten der Hochwiesler.
Das ist deep water climbing. In der letzten Sl geht es luftig zur Sache und ein Sturz könnte rein optisch im See enden.

Nach 8 Sl gehts schnell weiter zum Gipfel und zur Abseilpiste. Noch ein Bierchen auf der Hütte und ab geht zum Grillen und Fußball schauen.

Deutschland vs. England 4 zu 1

YES - weiter so Jungs !!

Der Tag war ein voller Erfolg.
Eine schöne Tour.
Ein Sieg.

Facts der Route:
Kletterlänge ca. 280m
8Sl
7+ 8- 7 5+ 6+ 6 7+ 5
Schwierigkeiten sind im Panico Führer höher, jedoch so realer und wer´s mit anderen Routen an der Flüh mit Sl im 8ten Grad vergleicht wird dieser Bewertung zustimmen.

Grüße und Servus, Stef und Axel.

"Ginat" - Droites Nordwand (4000m) - Chamonix

Einer der faszinierendsten Ecken der chamonixer Berge ist ohne Zweifel des Gletscherbecken um die Argentiere Hütte. Gegen Süden und Osten ragen 1000m hohe Flanken aus Fels und Eis. Im Norden bieten nur weite Gletscherzungen Möglichkeit zwischen den hohen rot/gold/braunen Granitzacken Richtung walliser Alpen auf der berühmten Durchquerung "Haute Route" zu entkommen. Wir wollen aber gar nicht entkommen, wir wollen die Wildheit dieses Ortes aufsaugen und spannende 2 Tage erleben. Wir, dass sind Stefan Lieb (www.flugmeter.info) und meine Wenigkeit, Stef.
Unser Ziel ist es, noch das letzte verbliebene Eis zu nutzen, bevor man sich dieses Jahr vollkommen dem Felsklettern zu wendet. Da es dieses Jahr ungewöhnlich lange kalt war, konnten wir dies sogar mit einem sehr großen Ziel tun, der Ginat Route in der Droites Nordwand. Eine über 1000m lange Eiskletterei mit 3-4 kombinierten Seillängen. Da die Gesamtsteilheit der Wand so hoch ist, war sie über lange Zeit eine der berüchtigsten Eistouren um Chamonix. Ohne frage ist sie durch die neue Eisausrüstung für eine deutlich breitere Masse zugänglich, aber zählt immer noch zu den ganz großen Fahrten im Argentiere Kessel.

Da wir schon so spät im Jahr dran waren, ist das Skigebiet an der Grands Montets nicht mehr in Betrieb was uns einen ehrlichen Zustieg von Argentiere aus bescherte. Man kann so aber vor allem die Szenerie richtig genießen.



Als wir nach einer gefühlten Unendlichkeit an der Hütte ankommen, ist schon so allerhand los. Viele Ski stehen herum, das ist wohl die Zeit an denen die furchtlosen Bretteljäger von Chamonix durch die schmalen Couloirs donnern, als gäbe es kein Morgen. Ich persönlich finde ja hinaufzuklettern entspannender. Abends sieht man von der Hütte die Nordwand der Droites sehr gut ein. Die Verhältnisse scheinen tatsächlich hervorragend zu sein, kurz sind wir der Hoffnung sogar die Jackson Variante klettern zu können, das müssen wir am nächsten Tag aber korrigieren, da sie uns bereits durch das Eisfeld entgegen geflogen kam.



Nun gut eine recht kurze Nacht, in einem Winterraum der den Charme einer Industriehalle hat, und es geht los.
Es war nachts leider nicht ganz so kalt, deshalb war der Wandzustieg etwas mühsam. Wenn es was schlimmeres gibt als mit beiden Beinen durch den Harschdeckel zu brechen, dann ist es, nach jedem 2-5 Schritt mit nur einem Bein. Da kommt kein Rhythmus zammt. Mit dem ersten Dämmerlicht sind wir am Schrund. Dieser ist erstaunlich weit rechts, noch erstaunlicher sehr leicht zu überqueren. So, nun wird erst mal gestapft bis in die versteckte Rinne welche als Messner Einstieg bekannt ist. Hier in bestem Eis kurz seilfrei hoch. Max. 70°, langsam wird's sonnig.



Ja, sonnig ist ein gutes Stichwort, die Steilheit der Wand lässt in der nähe des höchsten Sonnenstandes nicht viel Schattenplätze zu. Wir sind durchaus erstaunt, so warm geht es in unseren Nordwänden normal nicht zu. Was wir zuerst sehr wohlwollend zur Kenntnis nehmen, wird weiter oben echt lästig, durch die Sonne ist unser Trinkkonsum deutlich höher, was ganz schön trockene Fressen gibt, auf die Dauer.



Aber wieder zurück zur Tour, wir sind mittlerweile am Ende des großen Einstiegeisfeldes folgen nun dem steilen Couloir bis an die Breché. Da das Eis dünn ist und auch immer wieder Eisbrocken von oben kommen, legen wir nun auch ein Seil an. Das Eis ist perfekt und die Kletterei ansprechend steil aber fast immer genüsslich. Man darf sich aber nicht irren, es gibt genug 80°-85° Aufschwünge in der Tour.





Immer wieder trifft man auch auf kombinierte Länge wie diese blockige Rampe hier, gar nicht so leicht wie es zuerst ausschaut.



Dafür wird man danach mit steilem Eis belohnt, wenn auch die Absicherung mit hohl gelaufenen 13cm Eisschrauben nicht perfekt ist. Dafür treffen die Eisgeräte immer wieder Fels, pling pling....Muhahaha.



Schon ist die Scharte in Rufweite kommt eine weitere Kombistelle, diesmal noch etwas schwerer, aber gut ab zu sichern. Mittlerweile sind wir etwas langsamer, Durst und dicke Wadel quälen uns.



Dennoch genießen wir so gut es geht die tollen Seillängen. Überhaupt ist die Tour eine Perle unter den Eistouren.





Ein letzter Aufschwung ist zu meistern, dann kommen wir ins Abschlussschneefeld. Das Eis ist mal wieder dünn, aber diesmal auch stark hinterspühlt. Die Entscheidung fällt auf die Felsvariante, gute Wahl.



Bald sind wir nun an der Breché. Eine grandiose Umsicht. Wir hätten noch viel Zeit an die Couvercle Hütte zu kommen, aber in der Südwand steht schon seit 6-7 Std. die Sonne, wir haben keine Lust zuerst Steine auf den Schädel zu bekommen und dann im Schnee bis zu den Knie zu versinken. So schlafen wir an einem tollen Biwakplatz über der Abseilstelle und beginnen den Abstieg in der morgendlichen Kälte. Das verhalf uns zu einem grandiosen Sonnenaufgang und sehr guten Verhältnissen zum gehen bis runter an den Leschaux Gletscher.







Die letzte Anstrengung ist dann hoch an die Montenvers-Zahnradbahn, ist das geschafft, gibts nur noch ein Ziel....Bier und Burger in Chamonix.

Zusammenfassend, einer meiner schönsten Eistouren in einer tollen Ecken der chamonixer Alpen. Blöd nur, dass wir evtl. die letzten dieses Jahr waren, da viele Stellen nun doch sehr dünn im Eis waren. Und die Sonne immer erbarmungsloser stahlt bis zum 21. Juni.

Facts:
Droites Nordwand "Ginat" mit Messnereinstieg
EB: J. Ginat, G. Modica, J.P. Simond und J.M. Troussier am 24. Juli 1978
Wandhöhe: 1050 m
Vorwiegend Eis bis 85° (auch längere Passagen) Mixed M4 - M4+
Ausrüstung:
Eisausrüstung mit min. 3 kurze Schrauben (13cm)
50m Doppelseil (Abseilen an der Breché)
kleine Biwakausrüstung

Rückzüge sind sicher Material aufwändig, da wenig fixes Material in der Tour.