Heelzapfen - Ohne Heel und Tadel

Vom Zapfenfieber infiziert, geht es letzten Sonntag gleich nochmal an die Freispitze hoch. Das eigentliche Ziel ist die Zone 90 (verläuft rechts der Zone 40). Leider haben die Regenfälle der letzten Tage ordentliche Spuren in der oberen Wandhälfte hinterlassen. Eine Ausweichroute muss her und ist mit der "Ohne Heel und Tadel" auch schnell gefunden. Leider verpenne ich in der ersten Länge den Abzweig und lande am Zwischenstand der Nachbarroute.

Axel in der Rissverschneidung der Diebstahl und Heelerei

In der 3ten Länge kommen wir dann wieder auf den richtigen Weg. Super gute (und steile) Kletterei.









Mit ziemlich dicken Armen am Stand, überlass ich Axel die Schlüssellänge.


Auch die vorletzte Länge verlangt nochmals eine ordentliche Portion Ausdauer.








Die letzte 7en ist dann nochmals so steil, dass ich irgendwann die größten Kellen kaum mehr halten kann.














Nach dem Eintrag ins Gipfelbuch (nicht viele Begehungen pro Jahr und immer wieder die gleichen Namen (es muss einen wohl immer wieder an diesen Ort zurück ziehen)) wählen wir den mittleren Abseilstand (2 Bolt mit 2 gegenläufigen Karabinern). Wir seilen bis zum letzten Stand der Zone 40 ab (wollen wir eigentlich nicht hin) und können dann das Seil nicht abziehen. Also steile 6- wieder hoch und einen Klebehaken (10m weiter rechts) genommen. Jetzt sind wir auf der Abseilpiste der Zone 90, die uns problemlos nach unten bringt. Ein Ziel für den nächsten Besuch ist dann auch schnell gefunden.

Facts
Rote Platte (Heelzapfen) - Ohne Heel und Tadel (7+, 270m)
Lechtaler Alpen

Material
60m Halbseil
12 Exen
Camalot 0,5-2

Lechtal - Heelzapfen Zone 40

Es ist echt ne Schande. Da gehe ich langsam (aber sicher) auf die 40 zu und bin noch nie eine Tour am Heelzapfen gegenüber der Freispitze (die auch noch ein weißer Fleck auf meiner Kletterlandkarte ist) geklettert.
Nach einer kurzen Nacht neben dem Auto geht's mit den Bikes am nächsten Morgen zur Materialseilbahn der Memminger Hütte. Weiter dann zu Fuss bis zur Schafgufel und von dort durch das Parseier Grieß zur Nordostwand der Roten Platte (Heelzapfen).






Nach einem ordentlichen Vesper müssen erst einmal die Schafe vom Einstieg vertrieben werden.







Chris ist sofort in seinem Element (" endlich mal nicht so eine Plattengeschw***").






In der nächsten Länge geht es über eine riesige hole Schuppe (keine Ahnung was das Teil in der Wand hält) nach oben.









Chris startet in den ersten 8ter. Was für ein tolles Bewegungsproblem...





Die nächsten 2 Längen bilden dann das Vorspiel zum (ganz) großen Finale.









Zu den Bildern muss man nichts sagen. 45 Meter purer Wahnsinn...













Nach nem rampfigen 7er sind wir dann am Wandbuch. Die Tour ist von 1999 und wir konnten die Begehung Nr. 30 verbuchen.













Nach einer sehr interessanten Abseilfahrt (sind über die Tour runter, Abseilpiste der Zone 90 wäre wohl die bessere Entscheidung gewesen), machen wir uns kurz nach 7 auf den langen Rückweg.




Bis zum Raddepot geht alles gut und dann passiert's. Ich will das Schloss öffnen und plötzlich habe ich den abgebrochenen Schlüssel in der Hand. Wir versuchen noch kurz das Teil irgendwie aufzubekommen, leider ohne Erfolg. Ich laufe los um das Auto zu holen und Chris versucht in der Zwischenzeit, den Baum (mit nem Taschenmesser) zu fällen, an den wir die Räder gekettet haben.
Kurz nach Madau bemerke ich plötzlich Lichter hinter mir. Ein Almbauer (mit 2 riesigen Hunden an Bord) nimmt mich mit. Am Parkplatz dann schnell in den Alfa und Straße wieder hoch. Um kurz nach 10 bin ich wieder oben. Eine Säge hat Chris keine gefunden, dafür aber Bier...
Wir beschließen unsere Drahtesel stehen zu lassen, essen in Reutte noch eine Pizza und sind dann kurz nach halb 2 wieder in Ulm.








Räder habe ich letzten Sonntag mit Christoph geholt. Dank dir (und auch an Johannes für den kleinen Bolzenschneider).




Facts
Rote Platte (Heelzapfen) - Zone 40 (8+, 250m)
Lechtaler Alpen

Material
60m Halbseil
14 Exen
Keile sind nicht notwendig

Wenn die anderen Touren am Zapfen auch so genial sind, müsste man eigentlich seinen Job kündigen, den Schäfer aus der Gufel schmeißen und sich dort häuslich einrichten und den ganzen Tag klettern, klettern, etc.


Drusenfluh, Westgipfel - Konflikt (8+, 420m)

2 Tage Rätikon mit Stef, Clemens und Thomas. Am ersten Tag Konflikt an der Drusenfluh geklettert. Ich bin die Tour vor ein paar Jahren schon mal mit Axel bis zum Dach geklettert (dann kamen die schwarzen Wolken...).

4te Länge

7te Länge

Das Highlight der Tour ist die 9te Länge. Sehr gut an Bohrhaken gesichert geht die Länge durch das gelbe Dach. Axel ist damals im Onsight am letzten Haken rausgeflogen...


















Ein bischen Säft sollte man für die nächste Länge noch haben. Die 7+ ist hart und tricky, Rätikon eben.
Da Nordseitig noch viel Schnee liegt, seilen wir über Tour ab. Geht prima, allerdings muss der Stand nach der 8+ angependelt werden (Exen einhängen).

Facts
Drusenfluh, Westgipfel - Konflikt (8+, 420m)

Material
60m Halbseil
14 Exen
Mittlere Keile
Camalot C3's, Link Cam 1

Gr. Krottenkopf Nordrinne

Anbei ein paar aktuelle Bilder aus dem Allgäu. Es hat ab 2000m immer noch richtig viel Schnee (wen wundert's, bei dem Wetter der letzten Wochen).

Von Elbigenalp geht's Richtung Barth-Hütte. Leider verpasse den Abzweig ins Bernhardstal und stehe plötzlich unterhalb der Wolfebnerspitze.


Barth-Hütte mit Wolfebnerspitze rechts




Einer guten Spur folgend, erreiche ich den Hermannskar-Turm mit dem danebenliegenden Übergang ins Kar.


Das Hermannskar
Das Kar querend, kommt die Nordseite des Gr. Krottenkopfes näher. Die Rinne beginnt am höchsten Punkt des Schneefeldes und endet an einer Scharte zw. dem Kl. und Gr. Krottenkopf.


Die Schneerutsche der letzten Tage haben eine Rille geformt. In gutem Trittfirn geht es nach oben. Aus der rechten Begrenzungswand kommt immer noch etwas Schnee nach.





Der Ausstieg ist dann richtig spannend. An der linken Seite der Wechte geht es über brüchigen Fels und Schneereste hinaus.










Der Schnee am Gipfelhang ist komplett durchfeuchtet. Aufgrund der Hangneigung verzichte ich auf die letzten 100hm und steige direkt zur Krottenkopfscharte ab.

Gipfelhang

Am Ochsenkopf vorbei geht es durchs Bernhardstal zurück an den Ausgangspunkt.



Facts
Gr. Krottenkopf Nordrinne (40°, 200m)
Allgäuer Alpen

Material: Pickel und Steigeisen

Klettern im Blautal


Ein Klassiker aus dem Blautal an der Unteren Peilerwand.
Erstbegangen von Ventura im Jahr 2001.
Hier ein paar Kommentare aus der Routenbank von climbing.de :
"Aarschglatt, sieht unbezwingbar aus"
 "nach etwas schmerzhaftem Einstieg eine sackharte Einzelstelle"
"einen Megarunout. Der Erschließer meint: "Mi hods auch scho vorem dridda hooga neignomma, s´war zioemlich weid hodd aborr ed gans bis zomBooda glangd"
 (PS: Ich hab eine Schlinge zur Entschärfung des runouts eingehängt....)


Auf zu neuen Projekten.
Lasst das Blautal rocken.

Viel Spaß beim klettern.

Gruß Axel


"Bayrisch-Chamonix" - Geierkopf Hauptgipfel (M7- 600m)


Warum die großen kombinierten Linien zumeist in den Westalpen zu suchen sind, liegt jedem auf der Hand der einmal in Chamonix unter einer Aig. Dru oder einem Grandes Jorasses gestanden hat. Das Bezwingen dieser Gewaltigkeit macht, so die Vorstellung, einen größeren Menschen aus dir. Verbringt man aber bald mehr Zeit seines Lebens im Auto und nicht mehr am Berg, beginnt ein Umdenkprozess. Super wäre es doch, wenn ich das Klettererlebniss von Chamonix in der mittelbaren Umgebung unseres Wohnortes finden könnte. Klar so gewaltige Berge haben wir hier nicht! Auch muß, was die Absicherung angeht, bei uns in den Kalkalpen anders gearbeitet werden, da nicht 50-80 Meter lange perfekt abzusichernde Risse durchs Gestein ziehen. Aber schon Alban Glaser hat am Rubihorn gezeigt, dass die alpine Spielart des Mixed- und Turfkletterns eine anspruchsvolle aber lohnende Ergänzung des Betätigungsportfolios der Nordalpenkletterer dahrstellen kann.

Nun hat sich ein, aus der Erstbegehung guter alpiner Felstouren bekannter, Kenner und Könner der nördlichen Kalkalpen ebenfalls dieser Nischenbetätigung angenommen. Bereits ein Jahr zuvor ist am Geierkopf im schönen Ammergau eine sehr beliebte alpine Mixerei enstanden. Dieses Jahr hat Ralf Sussmann noch einen drauf gepackt und eine Tour erstbegangen die sich vor den Klassikern in Chamonix nicht zu verstecken braucht. Nachdem einige Seilschaften wegen Orientierungsproblemen, Schlechtwetter und Pulverschnee umgedreht waren versuchten Frank und ich am 10.04. dem wilden Stück Fels im Herzen der Ammergauer Alpen die erste Wiederholung zu entlocken.

Um 6:30 Uhr ist Treffen am bekannten Parkplatz an der Doppelkehre. Ich möchte hier mal ganz deutlich schreiben: PUNKT 6:30 Uhr fährt die Giulietta mit ihrem Fahrer in die Parkbucht ein, ich glaub ich Träum noch.

Bald ist Umgezogen der Gruscht gepackt und wir stapfen über gut gefrorenen Schnee dem Bachbett entgegen. Immer weiter mal rechts mal links des Baches bis zum großen Kessel. Ich muß zugeben, großer Zirkus hier oben, die Umgebung passt zur Tour, man fühlt sich fast den kleinen Nordalpen etwas entrückt.

 


Nach 1:30 Std. können wir die Skistöcke gegen die Eispickel tauschen, Gurt anlegen und Steigeisen drauf geben. --> Lasst die Spiele beginnen!
 

Die erste Seillänge ist etwas, was sich jeder Mixedkletterer nur wünschen kann. Eine enge Rinne mit dünner Eisauflage zieht steil vor uns hoch. Ich kann mich nicht genau erinnern wann ich das letzte mal so einen Spaß beim Mixen gehabt hab, ich glaub es war am Tödi. Diese Länge muß Ralf und seinen Helfer als ein absolutes Geschenk vorgekommen sein. Wir haben tierischen Spaß! 





Kurzer Schneestapf und es geht zu dem steilen teils Überhängenden Wandbereich im zentralen Routenteil.
 


100m Skigelände führen dort hin, man kann mit den ganzen Spinndrifts und der alpinen Atmosphäre Westalpenluft schnuppern.


 


Nun bleibt das Gelände anhaltend schwer: M6, M6-, M6 usw. . Sehr gut mit Bohrhaken abgesichert aber nicht das der Eindruck entsteht es wäre hier eine Plaisiertour ala Schwarzmann entstanden. Es bleiben genug Meter zwischen den Haken, welche obligat zu klettern sind. In mir steigt die pure Lust an der Bewegung. Fast schon etwas traurig sehe ich, gefühlt viel zu früh, den nächsten Stand. Das Restseil zeigt es aber an, selten eine Länge unter 35m dabei.


Tolle Bewegungsabfolge in steiler exponierter Wand. Mal geht's mit Eisgeräten besser mal mit der Hand. Sehr abwechslungsreich gestalten sich die Seillängen. Mit gutem Auge hat man hier durchs Vertikale gefunden.


Ja, nun schaut es plattig aus, und das war es auch. Fällt mir unglaublich schwer, die erste 7- Seillänge. Eher flach aber auch sehr unstrukturiert. Mit Plastelinschnee wärs wahrscheinlich viel leichter, aber so ein echt "zaches" Luder.



Frank kämpft im Nachstieg und findet noch ein paar Hooks die ich übersehen habe. Insgesamt komplex und deffizil. Was will man mehr?


Die nächste Länge schaut nicht leichter aus, nur steiler. Hook für Hook nach oben. Nicht alles was schwer aussieht ist auch leicht und schon hängt er im Seil...aber der finale Hook ist gleich ausgemacht und schon geht's besser. Am Ende der Länge noch ein kniffliger Aussteig. Nun ein Quergang ala Eiger Nordwand, sehr faszinierend!


Die Wand wird flacher der Schnee tiefer, Einbruchgefahr in Bergschründe herscht hier. Frank löst das gut. Kurz vor dem Stand braucht der Vorsteiger nochmal gute Nerven, die hat der Fränky aber allemal!
 

Die letzte etwas schwerere Länge macht noch einmal richtig Spaß, vor allem der Stemmkamin am Ende der Länge mit dem Ausstieg auf den Schneegrat. Hier am Stand sind die Schwierigkeiten vorbei. Eine schrofige M3 führt in den Gipfelbereich welcher in 80 flachen Schneemetern zum kleinen Gipfelkreuzchen leitet.


Uns "bräsierts" aber weil ich noch einen wahnsinnig wichtigen Termin am Abend habe und wir eh schon spät dran sind. Gott sei dank klappt das Abseilen wie am Schürchen und nach einer Std. sind wir wieder am Rucksackdepot.  



Beim Runterlaufen wird der Turbo eingelegt und nach gerade mal 20 min stehen wir wieder am Auto, schon stimmt der Zeitplan wieder!

Danke Fränky! War, wie immer, eine rießen Freude mit dir und das Bier holen wir mit starker verzinsung bald nach. :) .

Danke an Ralf, Michi und Andi für die tolle Arbeit die ihr euch gemacht habt, ich hoffe der Rote schmeckt.

Insgesammt kann man die Route nur empfehlen, ich denke es gibt in der Garmischer Umgebung momentan nur wenig Vergleichbares in dem Stil und der Schwierigkeit, das muß ja aber nicht so bleiben.

Noch ein Wort zum Routennamen: "Er könnte passender nicht sein!"

Viele Grüße Stef.

________________________________
Facts:
"Bayrisch - Chamonix" Geierkopf Hauptgipfel  (M7- 600m)

EB: Ralf Sussmann, Michael Warscher, Andreas Reichert in 3 Tagen im März 2013. Die Erschließung erfolgte durchgehend im Vorstieg von unten, ohne vorheriges Erkunden von oben und ohne Verwendung von Fixseilen.

Mit Bohrhaken gesichert aber nicht übersichert.

Material:
Kletterausrüstung Winter 
10 Express
60! Meter Doppelseil.
Eisgeräte
zur Sicherheit: C3 #2 #1 Linkcam Rot
Bei viel Schnee: Hammer und Haken falls Stände unter Schnee, sehr kompaktes Gestein.  

Alle Infos Topo und nette Geschichte der EB:
http://www.nordalpenklettern.lima-city.de/Bayerisch-Chamonix.htm