Am Montag schüttet es bei unserem Treffen in Hohenems noch aus Kübeln. Der Wetterbericht verspricht aber Besserung, max. ein schlechter Tag, das kann gut als Ruhetag genutzt werden. Auf der Fahrt lichten sich auch tatsächlich die ganz dicken grauen Wolken etwas. Als wir dann abends im warmen Caddy hocken und Nudeln futtern wird es immer besser, so dass es Nachts sogar sternenklar ist. Dem frühen Aufbruch stände also nichts im Weg.
Wir treffen um 8Uhr an der Midi Talstation ein, bepackt für eine Nacht im Freien und motiviert für eine geniale Mixerei...die Rébuffat-Terry haben wir uns ausgesucht. Ideal als Eingehtour.
Leider sind wir nicht die einzigen die das gute Wetter raus lockt, so stehen wir inmitten von 200 Freeridern die den Powder im weißen Tal testen wollen. Ich komme mir mit meinen gelben 130cm langen "Ski" recht deppad vor, hät ich doch daheim noch an anderen gelben Ski mit 130...aber mm und ned lang sondern breit. Aber als Schneeschuhersatz geht der Zahnstocher scho.
Da wir beide ned gut Französich verstehen (zumindest ned des aus m Lautsprecher ;) ), bekommen wir nicht mit das Platzkarten vergeben werden...so wird es halb Zehn bis wir endlich hoch fahren. Der kurze Hoppser zum Einstieg entpuppt sich dann aber als recht stramme 1,5h Wanderung.

Langsam kommen wir unserm Ziel aber näher und bewerten die Situation. Lawinenmässig ist es zu vertreten, wenn wir in dem bereits abgegangenen Kegel bleiben, aber dass es kritisch ist sehen wir schon daran dass der Kegel durch eine frische Selbstauslösung an der Randspalte entstanden ist. Als die Ski sicher deponiert und die Lage kurz gecheckt ist, entscheiden wir uns für ein schnelles Durchrennen unter dem Serec des "du Plan Gletschers".

Die erste Seillänge recht viel Spaß mit noch akzeptabel viel Eis, wenngleich die Felssicherungen mehr mein vertrauen Gewinnen als 13cm Plastelinschneeschrauben.


Um sicher zu gehen, dass ich nicht nochmal Tagträume, werde ich gleich mal in eine heikle Seillänge geschickt. Mit Eisklettern hat das nun nix mehr zu tun, die Eisen kratzen über Granitplatten, die Geräte werden in den verschneiten Rissen verkeilt. So genau will man gar nicht sehen an was die Haue grad hält, Hauptsache sie hebt.
Dann entschließt sich der Berg mir die letzte Lust am Powder zu nehmen und gibt mir ne Überdosis weißen Rausch....yipieayea Schweinebacke.


Ich klettere noch eine Seillänge bis zu der Stelle wo die "Beyond Good and Evil" in die Rebuffat kommt und sichere Frank nach. Die Länge war nun echt schwer, ich bin mir aber auch nicht sicher ob ich den richtigen Kamin geklettert bin. Zwar fixes Material drin, heißt aber nix.
Nun haben wir noch 2 Seillängen, die wir aber nicht mehr klettern. Das Wetter verschlechtert sich zusehens und es schneit bereits leicht.
Die Nacht bringt 25cm Neuschnee bei mähsigem Westwind und so fahren wir wieder nach Chamonix. Abends gibts noch a bissel Sonne, damit man das Zeug trocknen kann. Aber es bleibt nun erstmal bis Donnerstag abend unbeständig. A Taucher der nix taucht, taucht so viel wie a Bergsteiger im Tal...das OHM verspricht besser Wetter zum Freitag, "Silberstreifen....".
Facts:
Rébuffat-Terray - Col Pélerins
M5 und 85° - 550m (bei uns anhaltend M5-M6)
EB: G. Rébuffat und L. Terray 1944
Material:
-Eisausrüstung mit 4 kurzen Schrauben (bei uns eher nicht einsetzbar)
-50m Doppelseil
-Camalot: C3 #1 bis C4 #2
-Keile: mittlere Größen
Stände eingerichtet und i.O.
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