Jbel Toubkal 4167m

In unserem Urlaub 2011 im März und April ging es für Andrea und mich für 4Wochen nach Marokko.
Mit dem eigenen Auto starten wir Samstag Abend nach der Arbeit und flitzen nach Barcelona.
Von dort geht es mit der Fähre weiter nach Tanger.
Nach ca. 1 1/2 Wochen sightseeing von Land und Leut wollen wir auch auf Nord-Afrikas höchsten Berg. Den Joubal Toubkal.

Im lonely planet finden wir einen Karte und die Beschreibung zur Tour.
Statt wie üblich die Berghütte zu nutzen nehmen wir die Biwaksachen mit und versuchen die ganze Sache ein wenig Interessanter zu gestalten. Für Andrea soll es nicht nur der erste 4000er werden sondern auch die erste Biwaknacht.

Von Marrakesch kommend sehen wir schon von weiten die Schneebedeckten Gipfel des Hohen Atlas. Unser Ziel ist nicht Imlil wie für die meisten sondern weiter oben Aroumd, nur über eine sehr steile Pistenstraße zu erreichen. Hier gibt es einen Camping Platz, wenn man diesen so nennen möchte. Wir stellen dort nur unser Auto ab und packen die Rucksäcke bei Kaiserwetter.
Um 12Uhr mittags geht es los.

Erst geht es durch ein breites und steiniges Tal. Es gibt keinen Schatten mehr und die Sonne brennt vom Himmel.

Auf ca. 2800m wechselte der Weg die Talseite und eine geschlossene Schneedecke lag vor uns.
Ganz hinten im Tal liegt die Hütte. Für uns kein Ziel sondern nur ein Wegpunkt.

Schnell vorbei an der Hütte und noch ein paar hm weiter fanden wir einen guten Platz für ein Biwak(3300m). Die Sonne ist hinter den Bergen verschwunden und die Temperatur sank sehr schnell auf minus 10 Grad.
Die Nudeln schmeckten und danach gings in den Schlafsack.

Ja, jetzt wirds warm !! Andrea freut sich über den warmen Schlafsack.

Am folgenden Morgen starten wir um 6 Uhr ohne Frühstück aber mit Steigeisen an den Schuhen. Wir kommen sehr gut voran. Die letzten 300hm sind Schneefrei und wir lassen mit den Steigeisen auch die Rucksäcke unten. So läuft es sich doch leichter, denn wir spüren die Höhe.
Nach 4 Stunden kommen wir an. Der Gipfel ist erreicht. Nichts als Blauer Himmel über uns. Super Aussicht, was will man mehr ??


Die Freude über den Gipfel ist groß. Hinter Andrea sieht man noch die Gipfelpyramide.


Ohne viel Zeit zu verlieren steigen wir rasch die 2500hm in nur 4 Stunden ab.

Am Auto gibts dann endlich etwas zu Essen und wieder was zu Trinken.
2 tolle Bergtage in Marokko gehen zu Ende.
Unser nächstes Ziel im Urlaub ist der Atlantik südlich von Agadir und die Sandwüste Erg Cherbi.


Schee wars. Servus und Grüße Andrea und Axel.

Facts:
Dauer: 2Tage
Hm: 2500m
Berghütte gibt es aber eine Sternenklare Biwaknacht macht die ganze Besteigung interessanter.
Die Höhe sollte man nicht unterschätzen. Evtl. einen Tag mehr Zeit lassen.

Scharnitzspitze – Spitzenstätter (6+, 200m)

Wir beenden unseren Klassikerreigen auch wieder im Wetterstein. Da von uns an allen 3 Tagen eine Tour aus dem extremen Pause geklettert wurde, sollte man das nun auch bei behalten, mir fehlt im südlichen Wetterstein noch die „Spitz“ an der Scharnitzspitze. Klare Sache für die Tourauswahl.


Nach 2,5h Zustieg stehen wir oben am Ende der Abseilpiste von der Wangscharte, hier lassen wir die Rucksäcke, hehe das wird ne Punktlandung am Mittag.


Die „Spitz“ hat ihre Schlüsselstelle gleich in der ersten Seillänge, Martin kümmert sich darum, während ich noch diesen super Tag geniese. Wäre die Erde seit Galileo Galilei nicht so unverschämt rund, würde man wahrscheinlich bis zum Mont Blanc sehen.

Martin ringt kurz mit der Schlüsselstelle und einem gemeinen Umweg und brüllt wenig später ein erleichtertes „Stand“ in die weite des Wettersteins. Ich komme nach und schau zügig dass ich in die nächste Länge komm. Herrliche Hangelschuppe und eine überhängende Rissverschneidung mit Masskrughenkeln lassen die Kletterei zur wahren freude werde.

So bleibt das bis auf ein Grasband - fester, rot/grauer Fels und traumhafte Kletterei.

Dann wird’s a „bissel“ brüchiger, unter einem roten Überhängenden Dachel wird klar wie steil im klassischen Gelände ein IVer sein kann.

Leider hat sich das Topo hier nicht ganz an den Routenverlauf gehalten, aber immer den Haken nach ist eh die beste Alternative. Nach der letzten Rinne wartet der Gipfel und nur noch der Abstieg kostet uns heute ein paar Angsttropfen. Brüchige IIIer im Abstieg können einen auch ganz geschwind den Kopf kosten.



Facts:
Scharnitzspitze - Spitzenstätter (6+, 200m)
EB: W. Spitzenstätter, H. Baldauf 1957
Material: Felskletterausrüstung, 55m Seil, 10 Express, Camalots #0.4-#1, Satz Keile


Ein tolles langes WE geht zu Ende, 4 Tage – 4 Pause Extrem und am Ende bleibt die Erkenntnis: Man(n) sollt öfters mal Pause machen.

Fleischbank - SO Verschneidung (7- A0, 430m)

Nachdem wir uns gestern in der Göttner schön warm geklettert haben, gehts heute an den super Klassiker des Wilden Kaiser, die 1944 erstbegangene SO-Verschneidung der Fleischbank. Ich geb zu ich bin a bissel aufgeregt, man hört viel über schlechte Haken und lang anhaltend schwere Kletterei. Die durchgeführte Sanierung soll zwar Seilschaftsabstürtze verhindern, aber ich hab trotzdem keinen Bock hier fette Brezen zu reißen. Im Nachhinein wars dann aber voll guad mit der Absicherung.


Gleich der Risskamin zu Beginn schaut grausslig aus, ich taste mich vorsichtig hoch, kletterfluss kommt keiner auf. Mei tu ich mir schwer, wie wenn ich nimmer klettern könnt. Am Ende der Seillänge kommt die Sonne in die Tour, jetzt gehts besser. Martin kommt nach, am Stand macht er einen wenig begeisterten Eindruck, naja halt scho der 3. Tag und die Kletterei war echt unkomod. Es steigt trotzdem zum nächsten Stand vor.

Die Kletterei wird auch schnell besser und mir macht es langsam richtig Spaß. Nun sind wir am Grasfleck unter der Verschneidung, brachial wie das Ding in den Himmel pfeift. Anders als erwartet ist es erst mal gar keine Verschneidungskletterei sondern eine ganz feine Platte. Dann gehts aber los, gelbe Verschneidung, grad oan Finger geht manchmal in den feinen Riss, wo es richtig aufsteilt schmeiß ich alle Freikletterambitionen über Bord, von Haken zu Haken, da immer wieder welche Fehlen, gehts im wildesten Stilmischmasch nach oben. Kein Pendelquergang zum Stand, das bekommen wir dann schon frei hin. Mittlerweile ist uns eine Seilschaft auf den Fersen, recht schnell sogar. Ob die uns noch überholen?




Die nächste Länge beginnt zahm, wird aber kurz vor dem Stand nochmal richtig bissig. Ich bleibe meinem Stil treu, geht nämlich sehr schnell, die Seilschaft hinter uns klettert frei, wir können den Abstand halten. Überholmanöver wären in dem Nadelör geringstenfalls zeitaufwändig.


Nun werden die Längen leichter und man kann weite Strecken wieder sehr gut frei klettern, macht brutal Spaß und luftig ist es allemal.


Mit einem aus der Not geborenen Foothook gehts auf's Grasband. Nun der Überhängende Risskamin vor uns. Jomei, des können wir halt ned so gut, ohne einen Gedanken ans Rampfen zu verlieren ziehe ich mich fröhlich die Haken hoch, a bissel frei muss auch sein, sonst reichts ned ans nächste Hakl. Ab dem Bohrhaken unterm Holzkeil gehts dann frei und macht auch Spaß. Am Stand die Erleichterung, das Schwere ist geschafft.


Martin klettert auf der Rampe bis er auf die Wiesner - Rossi trifft, ich dann bis ins Leichte.


Bald stehen wir am Gipfel und eine super Tour liegt hinter uns. Nach kurzem Plausch mit einem hoffentlich bald zukünftigen Kollegen gehts gemeinsam den Herrweg hinunter an den Rucksack. Langsam braut sich auch was zusammen und beim Heimfahren regnets dann am Elmaur Tor gscheid...alles richtig gemacht!

Facts:
Fleischbank - SO Verschneidung (7-/A0 430m)
EB: P. Moser, W. Weiß 1944
Material: Felskletterausrüstung, 14 Express, 55m Seil, Camalot #0.4-#2, Satz Keile.

vordere Karlspitze - Göttner (7-, 270m)

Da man ja schon alleine aus beruflicher Sicht seinen Horizont erweitern muss blieben wir nicht im Wetterstein, sondern fuhren in den Wilden Kaiser. Weder Martin noch ich waren schon zentral im Kaiser. Zur Kaiser Aklimatisierung bot sich die Göttner an der vorderen Karlspitze an. Fantastisch wie die kompakte Kalkplatte von einem (zumindest von der Ferne) schmalen Riss durchzogen wird.

Wir checken das mit dem direken Einstieg ned so recht und latschen deshalb orginal über das Grasband zum Einstieg der Göttner. Heute bin ich an der Reihe zuerst ein zu steigen.
So hier wartet ein super Kaltstart, eins ist klar im klassischen Kaiser geht a bissel zacher zu als im Wetterstein. Aber einmal klein angetreten dann gehts schon.

Martin stürmt die zweite Seillänge, scho a bissel abgenudelt aber immer noch schöne klassische Kletterei. Die Sanierungen laufen im Kaiser anderes als in vielen anderen Gebieten der Alpen, in den längen werden nur die wirklich kritischen Stellen mit Bohrhaken versehen sonst bleibt der NH und mobile Sicherung die Hauptsache, also ich finds gut so.


Mit schönen Quergängen verbindet die Göttner die Risssysteme der Wand. Sehr elegant schöne Linienführung.



Nach dem Absteigenden Quergang kommt die Schlüsselstelle, 7- Platte. Ich stehe komplett überstreckt zwischen den beiden Bierhenkeln der Stelle und löse es mit einem Schrei auf, etwas erschocken wie laut das durchs Kübelkar schallt. Die Stelle ist so im nachhinein eigentlich leichter als die 3. Seillänge der Tour, aber wahrscheinlich kann ich einfach besser Plattenklettern als Rissklettern.

Nach dem 7- Quergang haben wir das Schwerste hinter uns, über leichteres Gelände geht es Richtung Gipfel.



Bald sitzen wir an der Abseilstelle am Gipfel und freuen uns über unser ersten Kaiser Klassiker. Per schaurig schöner Abseilstrecke durch den Matejak (ich muss die ganze Zeit an Heringsfilet denken) Kamin geht es zum Rucksack und über schnelle Geröllriesen zum Bier im Auto....

Facts:
vordere Karlspitze - Alte Ostwand (7-, 270m)
EB: A. Göttner, M. Meier, H. Biegler 1935
Material: Felskletterausrüstung, 10 Express, 50m Seil, Camalot #0.4-#3, Satz Keile

Schüsselkarspitze - SO Wand (7-, 400m)

Mittlerweile ist der Schnee in meiner neuen Heimat Mittenwald auch in den Bergen soweit zurück gegangen, dass man die Ski gegen die Kletterschuhe tauscht und mit Turnschuhen locker zur Wand kommt.

Mit Martin plane ich ein ein tolles Klassiker Wochenende im Umlaund, beginnen werden wir unsere Felsreise im Puital überm Leutaschtal an der Südwand der Schüsselkarspitze.

Und wenn man an der Schüsselkarspitze von einem Klassiker redet muss natürlich die Peters-Haringer vor dem geistigen Auge auftauchen. Eine Ideallinie durch ein zusammenhängendes Risssystem an der SO-Wand.

Nach einem Idylischen Aufstieg durchs Puital freuen wir uns zu sehen, dass die Tour trocken ist und einem genialen Saisonauftakt nichts im Weg steht.



Martin beginnt die Klettertour, nach einer eher durch Ski, Eisbeil und bunten Knobs geprägten Zeit wieder eine rechte Umstellung.


Die Sanierung der Tour beschere neben geklebten Standplätzen auch Klebehaken in den Längen, man kann also recht entspannt dahie klettern. Wenns dann doch mal weiter zwischen den Haken ist, freud man sich über einen Satz Camalots oder einen Wuschel Keile.

Die Kletterei ist atletisch und steil aber immer gut griffig, die Tour ist längst nicht so abgespeckt wie ich angenommen habe.



Risse und Wandstellen wechseln sich ab. Nur ein bis zweimal lassen Rampfrisse vom Format Schinderhannes den Blutdruck hoch schnellen.



Martin mit Bravour in dem anstrengenden überhängenden Verschneidungsriss. Schon fantastisch was die Jungs schon in den Vorkriegsjahren klettern konnten.




Die letzte richtig schwere Länge ist eine sehr glatt anmutende Verschneidung, die zu Martins Erleichterung aber auf der linken Seite griffiger ist als angenommen. So gelangt man ins leichtere Gelände.




Nun ist fast geschafft, einen sehr gut griffigen 6er mit schöner Piazstelle gilt es noch zu erklimmen und schon steht man on einer feuchten, mit Eiszapfen geschmückten Guffel, da uns die Option Abseilen besser gefällt als Schneewaten am Westgrat seilen wir hier ab, treffen auf die Bayrischer Traum und gleiten auf dieser Abseilpiste sanft zu Tale.
Wenn jetzt a Rudel Rinder ned mein Auto demoliert hätten wärs an perfekter Tag gewesen.

Facts:
Schüsselkarspitze - SO Wand (7-, 400m)
EB: R. Peters und R. Haringer 1934
Material: Felskletterausrüstung mit 10 Express, 50m Doppelseil, Camalot #0.5-2 und Keile.

Rubihorn - Klassische Nordwand

Rubihorn, Rubihorn, ... Stimmt, da war was. Ich muss die Zeit mal kurz um 8 Jahre zurückdrehen. Damals war ich mit Andi Steck in der "gleichen Tour" unterwegs. Im Führer hatten wir gelesen, dass die Führe eine "gute Alternative" zum klassischen Gaisalpfall ist, wenn dieser (noch) nicht steht. Die Verhältisse in der Wand waren genau so schlecht wie unsere Routenwahl (sind nach der ersten Seillänge schon von der (heute offensichlichen) Orginalroute abgekommen). Teilweise hüfthoher Schnee hat uns so viel Zeit gekostet, dass wir erst kurz vor 21h am Gipfel waren. Fix und alle haben wir uns dort in den Schnee eingegraben und ein lauschige Januarnacht unter freiem Himmel verbracht (ohne Biwakmaterial).

8 Jahre später sieht alles anders aus. Kurz vor 9h klettern Christoph und ich nach teilweise aperem Zustieg los.





Die ersten 3 Seillängen lassen sich noch gut ohne Steigeisen im größtenteils schneefreien Fels klettern.



Die Schwierigkeiten beschränken sich auf 3-4 Stellen, die sich gut absichern lassen und den 4ten Grad nicht übersteigen.





(Am linken Rand kann man Teile der Wasserfallvariante erkennen)

Kurz vor dem Wandbuch dann die letzte schwere Stelle.





Dank an dieser Stelle an Andi Sichler, der das vergammelte alte Wandbuch letztes Jahr mitgenommen und in ein neues übertragen hat. Deine einleitenden Worte sind sehr gut gewählt und klingen (auch jetzt noch) nach...

Das nachfolgende Gipfelschneefeld läßt dann genüßlich im Trittfirn klettern.





Um kurz vor halb 12 sitzen wir dann in der warmen Sonne am Gipfelkreuz.





Am Gaisalpsee machen wir noch eine kurze Rast. Aufgrund der kalten Nächte und geschützten Lage bauen die oberen Gaisalpfälle schon wieder auf :-)



@Alban: Graspolster werden an der ein oder anderen Stelle dünn :-) (Melde dich doch mal, wenn in Ulm bist).

Viele Grüße,

Christoph und Frank

Facts
Klassische Nordwand (M4, 400m)

Material:
50m-Einfachseil, Steigeisen, Eisgeräte, Haken, kleines Klemmkeilsortiment, Camalots 0,4-1, kurze und lange Schlingen.

Topo:
Panico - Eiskletterführer Bregenz bis Garmisch

Bouldern am Katzenloch - Katzabeisser (Fb 7a)

Meine erste Fb 7a im Däle. Ich bin zwar den Schiekadone (Fb 7a/Untere Peilerwand) schon gebouldert, ist aber mit Körpergröße und Spannweite (meiner Meinung nach) nicht so schwer.
Der Katzabeisser startet wie das Urtier ganz hinten am großen Untergriff. Mit links hat man einen guten 2-Finger-Stecker, kann dann einen (sehr schmerzhaften) Knieklemmer setzen und geht mit rechts weit auf den markanten Untergriff im Dach. Diesen dann aufzulösen und die Querung nach links einzuleiten ist mir persönlich am schwersten gefallen. Der weite Zug nach links an das große Loch läßt sich mit einem Zwischengriff entschärfen, der Rest ist steil und geil :-).
Was kann Mann/Frau am Loch noch machen? Genug!!! Der Katzabeisser geht wohl auch rückwärts und läßt sich dann mit dem Urtier kombinieren (Big Brother is watching you (FB 7a+)).
Noch eine Bitte an die Boulderer: Nehmt bitte eure Tapereste nach dem Klettern wieder mit. Muß nicht sein, daß überall die weißen Teile rumliegen. Danke!!!